Klassische Gruppenaufnahmen gehören ohnehin schon zu den anspruchsvolleren Gefilden der Portraitfotografie. Besonders, wenn bei Familienfotos über mehrere Generationen dann auch kleine Kinder im Spiel sind, ist eine exakte Planung und Komposition nicht immer möglich - entspannen Sie sich also gleich im Voraus, wenn es mal nicht ganz perfekt werden sollte. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man als Fotograf dazu neigt, übermäßig selbstkritisch zu werden, und viel Zeit darauf ver(sch)wendet, nach dem 100%ig perfekten Foto zu streben.
Wenn man dann aber mal andere Menschen auf die eigenen, vermeintlich fehlgeschlagenen Fotoversuche schauen lässt, bekommt man meist trotzdem positive Rückmeldung. Schließlich ist technische oder fotografische Perfektion gar nicht unbedingt das, worauf es bei solchen Familienfotos ankommt - vielmehr geht es darum, dass sich Ihre Kinder, Partner, Tanten, Onkel, Eltern und Großeltern wohlfühlen, gemeinsam ein schönes Erlebnis haben und natürlich auch einige Fotos als Erinnerung an die gute Zeit mitnehmen können.
Nun aber zurück zu den praktischen Tipps nach der eher philosophischen Vorbemerkung: Bei vielen Personen ist es immer sinnvoll, diese in mehrere Reihen zu staffeln. Gut passt meist eine Gruppierung, bei der die Personen nach innen größer werden - und natürlich nach hinten. Aber auch eine "wellenförmige" Anordnung kann für Dynamik sorgen. Was konkret am sinnvollsten ist, hängt immer auch von der Anzahl der fotografierten Menschen ab - haben Sie keine Scheu, auch mal ein wenig herumzuprobieren und neue Konstellationen zu testen. Um das Bild ein wenig zu komprimieren, können sich alle Personen leicht seitlich zur Mitte drehen und eng zueinander rücken. Dazu ein kleiner Tipp an die Damen: Das durchgeknickte Bein immer nach hinten stellen, sodass es durch das Knie des vorderen Beins verdeckt wird - so wirken Sie schmaler.
Besonders wichtig: Üben Sie sich nicht in der falschen Zurückhaltung, nur alle paar Sekunden mal ein Foto zu machen - Dauerfeuer ist hier das Mittel der Wahl! Je mehr Menschen auf einem Bild zu sehen sind, desto öfter sind mal die Augen zu oder der Ausdruck passt nicht ganz - bei einer großen Anzahl von Bildern ist es wahrscheinlicher, dass ein passendes dabei ist. In meinen ersten Firmenshootings habe ich hier teilweise leidvolle Erfahrungen gemacht, die dann darin geendet sind, dass ich mühsam Köpfe in Photoshop von einem in ein anderes Bild montiert habe - eine verzichtbare Erfahrung!
Wo wir gerade beim Thema "Augen zu" sind, hier ein weiterer Tipp besonders für z. B. windige Tage: Bitten Sie Ihre Familie einfach zwischendurch, allesamt die Augen zu schließen, und geben Sie dann kurz darauf ein vereinbartes "Kommando", sodass alle gemeinsam die Augen wieder öffnen und Sie dann im richtigen Moment abdrücken können. Auch hier: gerne mehrmals - ein paar Sekunden nach dem Augenöffnen sind die Ausdrücke meist am entspanntesten.